Wie hängen Alterserwartung und Nahrung zusammen? Der Trailer gibt dir einen Einblick in das Forschungsgebiet von CECAD.

Ausschnitt aus dem Trailer

Der Off-Text des Films

Der Körper – er ist die Grundlage unseres Lebens.  Doch unser Körper verändert sich! Er bleibt nicht ewig jung – er altert. Warum aber scheinen wir unterschiedlich schnell zu altern? Neben erblichen Faktoren, die jeder von uns in sich trägt,  hat unsere Ernährung und unser Stoffwechsel einen wichtigen Einfluss darauf, wie schnell oder wie langsam wir altern.Das Excellenz-Cluster CECAD in Köln untersucht unter anderem die Prozesse des Stoffwechsels, um zu verstehen, was zur Alterung führt.

Geforscht wird meist nicht direkt an Menschen, sondern an sogenannten Modell-Organismen wie den Fadenwürmern. Sie haben einen erstaunlich ähnlichen Stoffwechsel wie wir Menschen, (allerdings lebt der Wurm viel kürzer als der Mensch: nur etwa 2-3 Wochen).

Aber schauen wir uns zunächst an was mit unserem Stoffwechsel passiert, wenn wir etwas essen. Wenn wir zum Beispiel frühstücken, steigt unser Blutzuckerspiegel stark an! Das alarmiert die Bauchspeicheldrüse. Hier wird Insulin ausgeschüttet. Insulin schafft den Zucker schnell raus aus dem Blut in die Speicherorgane. So bleibt unser Blutzuckerspiegel immer konstant auf einem gleichen Niveau. Warum ist das so wichtig - zu hohe Spiegel führen zur Zuckerkrankheit, die unbehandelt zu schweren Komplikationen führen kann.

Insulin spielt aber auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung des genetischen Programms unserer Zellen. Essen wir zu oft zu viel, bleibt der Blutzucker- und Insulinspiegel erhöht, was innerhalb der Zellen dazu führt, dass ein kompliziertes Zusammenspiel von Signalproteinen das Programm „Luxusleben“ aktiviert, das Programm „Überleben“ blockiert. Bleibt das Programm „Luxusleben“ langfristig immer angeschaltet, kann dies zu schweren alternsabhängigen Krankheiten führen.

Bei vielen Modellorganismen, wie dem Fadenwurm,  der Fruchtfliege oder aber auch bei Mäusen, verlängert gemäßigtes Hungern die Lebenserwartung – und die Tiere werden im Alter seltener krank.  Es ist also anzunehmen, dass diese sogenannte Kalorienrestriktion ebenfalls das Überlebensprogramm der Zellen aktiviert.

Aus dieser Erkenntnis ziehen wir also die Lehre: Wir sollten soviel essen, wie nötig ist, um unseren Blutzucker- und Insulinspiegel auf einem gesunden, mittleren Niveau zu halten. Aber Vorsicht! Zu starkes Hungern ist lebensbedrohlich!

Beim Fadenwurm wurden nun genetische Experimente durchgeführt, die uns helfen Alterungs-Vorgänge zu verstehen. Wird das Insulin-Rezeptor-Protein der Zelle ausgeschaltet, so wird auch in Gegenwart von Nahrung das Überlebensprogramm aktiviert.  Der Wurm isst also normal, lebt aber trotzdem deutlich länger und bleibt länger fit. Gleiches geschieht, wenn FOXO durch genetische Veränderung überaktiviert wird. In beiden Fällen kann Insulin das Programm „Luxusleben“ nicht mehr anschalten. Auch hier können wir annehmen, dass dieser Weg beim Menschen ähnlich wirkt.

Genetische Manipulationen sind beim Menschen natürlich nicht möglich. Doch die Versuche am Fadenwurm werden uns helfen zu verstehen, wie gesunde und ausgewogene Ernährung auch beim Menschen lebensverlängernd wirken kann.

Zum Nachlesen

Vertiefende Informationen zum CECAD-Trailer